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Innere Anteile verstehen – wie das Internal Family System (IFS) helfen kann, alte Muster zu verändern

Autorenbild: Anja Zirngibl
Anja Zirngibl
28. Juli
2 Min. Lesezeit


Hast du dich schon einmal gefragt, warum du in manchen Beziehungen immer wieder ähnliche Erfahrungen machst? Mit deinem Partner oder deiner Partnerin, den Kindern, im Beruf oder auch mit Freunden?


Vielleicht kennst du Sätze wie:


„Warum reagiere ich immer wieder so?“„Warum passiert mir das ständig?“„Ich möchte es eigentlich anders machen – und schaffe es trotzdem nicht.“


Viele unserer Reaktionen entstehen nicht zufällig. Oft folgen sie inneren Mustern, die sich über viele Jahre entwickelt haben. Mustern, die uns einmal geholfen haben, mit schwierigen Situationen umzugehen, uns zu schützen oder dazuzugehören.


Diese Strategien waren häufig sinnvoll. Doch irgendwann beginnen sie, uns einzuengen. Sie zeigen sich immer wieder – besonders dort, wo Beziehungen uns berühren.


Was ist die IFS-Methode?

Die IFS-Methode (Internal Family Systems, deutsch: Inneres Familiensystem) geht davon aus, dass unsere Persönlichkeit aus verschiedenen inneren Anteilen besteht.


Vielleicht kennst du das Gefühl, dass ein Teil von dir mutig ist, während ein anderer am liebsten weglaufen würde. Ein Teil möchte Grenzen setzen, ein anderer möchte es allen recht machen. Oder ein Teil weiß genau, was gut wäre – und trotzdem übernimmt in bestimmten Momenten etwas anderes die Führung.


IFS betrachtet diese inneren Anteile nicht als Problem.


Jeder Anteil verfolgt eine gute Absicht. Viele von ihnen haben im Laufe unseres Lebens Schutzfunktionen übernommen – oft als Reaktion auf belastende Erfahrungen oder Verletzungen. Was früher geholfen hat, kann heute jedoch dazu führen, dass wir immer wieder ähnlich reagieren, obwohl wir uns eigentlich etwas anderes wünschen.


In der therapeutischen Arbeit geht es deshalb nicht darum, diese Anteile zu bekämpfen oder loszuwerden. Es geht darum, sie kennenzulernen, ihre Geschichte zu verstehen, schwierige Erfahrungen zu integrieren und einen neuen Umgang mit ihnen zu finden.


Wobei kann IFS helfen?

Die Arbeit mit inneren Anteilen kann hilfreich sein, wenn du zum Beispiel:

  • dich in bestimmten Situationen immer wieder stark verletzt oder getriggert fühlst,

  • in Beziehungen dieselben belastenden Muster erlebst,

  • zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen hin- und hergerissen bist,

  • Schwierigkeiten hast, deine Gefühle wahrzunehmen oder ihnen zu vertrauen,

  • das Gefühl hast, immer gegen dich selbst zu kämpfen.


Oft verändert sich bereits etwas, wenn wir beginnen zu verstehen, warum ein bestimmter Anteil so reagiert, wie er reagiert. Aus diesem Verständnis kann nach und nach mehr innere Freiheit entstehen.


Ein Teil meiner therapeutischen Arbeit

Die IFS-Methode ist eine von mehreren therapeutischen Perspektiven, die in meine Arbeit einfließen. Ich verbinde sie mit systemischen, bindungsorientierten und körperbezogenen Ansätzen und orientiere mich immer an dem Menschen, der mir gegenübersitzt – nicht an einer einzelnen Methode.


Denn nachhaltige Veränderung beginnt für mich nicht damit, gegen sich selbst zu kämpfen.


Sondern damit, sich selbst besser zu verstehen.


 
 
 

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